Naja haje - Uräusschlange, Ägyptische Kobra

Allgemeines:

Die Uräusschlange ist eine afrikanische Kobra und zählt zur Familie der Giftnattern. Wie fast alle Kobras ist sie in der Lage ihren Nacken zu einem Schild  zu spreizen um somit für potenzielle Angreifer größer zu wirken.
Die ehemalige Naja haje legionis gibt es nicht mehr, sie gilt nur noch als Schwarze Form oder auch Marokkanische Form von Naja haje. Die Tiere erreichen eine Körperlänge von bis zu 2 Meter. Sie ist aber nicht in der Lage ihr Gift zu speien. Die Tiere sind ovipar (Eier legend). Uräusschlangen sind scheue Tiere welche bei menschlicher Begegnung sofort versuchen die Flucht zu ergreifen. Sollte dies den Störenfried jedoch nicht abwimmelt stellt sich das Tier auf, breitet seinen Schild aus und versucht nach einigen Täuschbissen seinen Angreifer zu beißen. Die Tiere besitzen ein sehr starkes Nervengift welches beim Menschen ohne die entsprechenden Hilfsmaßnahmen auch zum Tode führen kann.

Besonderheit: Die Uräusschlange (Naja haje) ist die Schlange, mit deren Giftbiss die Königin des ägyptischen Ptolemäerreiches "Kleopatra" im Jahre 30 vor Christus Selbstmord begann.

Giftwirkung:

Neurotoxisch

Antivenine:

Bivalent Naja/Walterinnesia Snake AV
FAV-Afrique
Favirept
Polyvalent Snake Antivenom
Polyvalent Snake Antivenom (VACSERA)

Systematische Einteilung:

Famlilie: Giftnattern (Elapidae)
Gattung: Echte Kobras (Naja)
Art:  Uräusschlange / Ägyptische Kobra (Naja haje)

Verbreitung:

Kobras werden in 2 Gruppen unterteilt. Die afrikanischen Kobras und die asiatischen Kobras. Naja haje zählt zu den Afrikanischen Kobras. Die Tiere sind über den gesamten Afrikanischen Kontinent bis hin zur arabischen Halbinsel beheimatet. Das Bild zeigt das Verbreitungsgebiet.

Die Tiere leben in trockenen Terrain wie Wüsten und Halbwüsten in der Nähe von Gewässern. Auch in Menschennähe halten sich die Tiere auf. Uräusschlangen sind bodenbewohnend. Tagsüber verkriechen sie sich in geeignete Verstecke wie z.B. Felsspalten, Erdlöcher oder im Gestrüpp. In der Dämmerung und in der Nacht werden sie aktiv und gehen auf Nahrungssuche. Zum Beutespektrum zählen Kleinnager wie Mäuse und Ratten, Vögel, Amphibien und Reptilien, darunter auch Artgenossen.

Klimadaten aus den Verbreitungsgebieten von Naja haje:




Mit freundlicher Genehmigung von Karl Iten (www.iten-online.ch).

Haltung:

Achtung! Die Haltung dieser Schlangenart erfordert jahrelange Erfahrung und eignet sich deshalb nur für Experten. Ein Biss kann unter umständen tödlich verlaufen.

Die Tiere benötigen ihrer Größe entsprechend ein geräumiges Terrarium mit den Mindestmaßen von 200 x 100 x 80 für 2 adulte Tiere. Zur Grundausstattung gehören Rückzugsmöglichkeiten, Klettermöglichkeiten sowie ein Wassergefäß zur Flüssigkeitsaufnahme.
Wie auch bei anderen Kobras eignet sich als Rückzugsmöglichkeit am besten eine von außen verschließbare Schlupfbox um gleichzeitig ein sicheres Arbeiten am Terrarium zu ermöglichen. Einige Äste, Steine, Kork und andere Dekogegenstände sorgen für Klettermöglichkeiten. Steine helfen den Tieren ebenso bei der Häutung. Hinzu kommt ein mittelgroßes Wassergefäß. Die Tagestemperatur liegt bei 26°C. Es sollten auch kühlere Zonen im Terrarium vorhanden sein. Zusätzlich wird ein lokaler Wärmeplatz angebracht welchen man durch einen Spot erzielen kann. Nachts wird die Temperatur um 3-4°C abgesenkt. Die Tiere benötigen ein trockenes Terrarium. Der Bodengrund besteht aus Sand oder einem Sand/Erde Gemisch, wobei der Sandanteil höher sein sollte.