Bothrops asper (Fer de lance) - Terciopelo-Lanzenotter

Allgemeines:

Die Terciopelo Lanzenotter ist eine Südamerikanische Schlangenart und zählt zur Familie der Vipern (Viperidae) und zur Unterfamilie der Grubenottern (Crotalinae). Sie besitzt dementsprechend auch das Grubenorgan.  
Das Grubenorgan ist ein Sinnesorgan welches den Tieren die Erfassung von Infrarotstrahlen ermöglicht. Die Tiere können mithilfe ihrer Gruben welche im vorderen Oberkiefer zwischen Nasenlöchern und Augen sitzen auch bei völliger Dunkelheit ihre Beutetiere aufspüren. Bekannt ist diese Art unter anderem auch als "Fer de lance". Von den mehr als 35 Arten der Amerikanischen Lanzenottern zählen sie mit Größen von bis zu 200cm und mehr zu den größeren Vertretern ihrer Gattung. Sie ist ihrer nahen verwandten "Bothrops atrox" sehr ähnlich. Die Färbung dieser Art variiert zwischen einem hellen Braun bis hin zu fast schwarzen Tieren. Sie gelten als aggressiv und beißen meist ohne Vorwarnung zu. Zudem verfügen sie über ein sehr starkes Toxin und einer enormen Giftmenge.

Systematische Einteilung:

Familie: Vipern (Viperidae)
Unterfamilie: Grubenottern (Crotalinae)
Gattung: Amerikanische Lanzenottern (Bothrops)
Art: Terciopelo Lanzenotter (Bothrops asper)

Giftwirkung:

- Zytotoxisch, hämotoxisch, mykotoxisch.
Je nach Verbreitungsgebiet sind die Toxine unterschiedlich zusammen gesetzt.

Antivenine:

Antiofidico Bothropico Polivalente
Antiofidico Polivalente
Antivipmyn
Antivipmyn TRI
Faboterapico Polivalente Antiviperino
Polyvalent Antivenom ICP

Verbreitung:

Die Terciopelo Lanzenotter ist weit verbreitet, so bewohnt sie den gesamten Mittelamerikanischen Kontinent und kommt in folgenden Ländern / Gebieten vor: Belize, Costa Rica, Honduras, Kolumbien,  Nicaragua, Panama, Süd-Mexiko, Venezuela, West-Ekuador und Zentral-Guatemala.

Die Terciopelo Lanzenotter bewohnt die tropischen Wälder und hält sich oftmals in der Nähe von Gewässern auf. Sie ist bodenbewohnend und nachtaktiv. Tagsüber verstecken die Tiere sich z.B. unter Baumstämmen, Steinen, oder im Laub. Durch ihre hell bis dunkelbraune Färbung sind sie dort sehr gut getarnt, weswegen man oft gar nicht merkt das sie da sind. Sie gelten als sehr aggressiv. Bei Gefahr Zittern die Tiere mit ihrem Schwanzende, was durch das am Boden liegende Laub an das klappern einer Klapperschlange erinnert. Oft beißen sie aber auch ohne Vorwarnung zu, weswegen diese Art sehr gefürchtet ist. Ins Beutespektrum gehören Kleinsäuger wie Mäuse und Ratten, Vögel, Echsen und Frösche.

Klimadaten aus den Verbreitungsgebieten von Bothrops asper:




Mit freundlicher Genehmigung von Karl Iten (www.iten-online.ch).

Haltung:

Achtung! Die Haltung dieser Schlangenart erfordert jahrelange Erfahrung und eignet sich deshalb nur für Experten. Ein Biss kann tödlich verlaufen.

Da diese Art zu den größeren Vertretern ihrer Familie zählt, ist dementsprechend auch ein größeres Terrarium mit einer Mindestgröße von 200 X 100 X 80 (cm) angebracht. Zur Grundausstattung zählen Rückzugsmöglichkeiten, Klettermöglichkeiten sowie ein Wassergefäß.
Um den Tieren geeignete Rückzugsmöglichkeiten zu bieten, kann man im Terrarium z.B. aus OSB einen oder mehrere Versteckmöglichkeiten integrieren. Ebenso kann man den Tieren aus größeren Steinen, Ästen, usw. geeignete Verstecke einrichten. Von außen verschließbare Schlupfboxen ermöglichen sicheres Arbeiten am Terrarium. Der Bodengrund besteht aus einem Gemisch aus Pinienrinde und Terrarienhumus. Zusätzlich wird stellenweise im Terrarium eine höhere Schicht Laub ausgelegt in dem sich die Tiere gern aufhalten. Klettermöglichkeiten bestehen ebenfalls aus Steinen und Ästen. Echte oder künstliche Pflanzen sorgen fürs optische. Für diese Art ist ein größeres Wassergefäß angebracht welches den Tieren auch als Bademöglichkeit dient. Die Tagestemperatur liegt bei 25-26°C und einem lokalen Wärmeplatz mit Temperaturen von 30-33°C. Nachts wird die Temperatur um 4-5°C abgesenkt. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 60-70%. Im Juni kann eine zweimonatige Regenzeit simuliert werden. Die Haltungsparameter können sich, vorallem was Regentage angeht, je nach Verbreitungsgebiet stark ändern. Für die Ermittlung genauer Werte empfehlen sich Klimatabellen.